Biografie

Jan Schultsz ist als Dirigent, Kammermusiker, Liedbegleiter und Festival-Intendant gleichermassen tätig. Seit Beginn seiner musikalischen Laufbahn bewegt er sich in verschiedenen musikalischen Sparten. Er studierte Klavier und Horn am Konservatorium seiner Heimatstadt Amsterdam und an den Musikhochschulen in Basel und Lausanne. Zunächst spielte er als Hornist in verschiedenen Orchestern und trat als Pianist solistisch, in Kammermusikformationen und als Liedbegleiter auf. Anfang der 90-er Jahre bildete er sich bei Manfred Honeck und Ralf Weikert zum Dirigenten weiter. Mittlerweile teilt er seine Zeit zwischen Dirigentenpult, Klavier und Lehrtätigkeit.

1999-2009 leitete er das Orchestre de Chambre de Neuchâtel, mit dem er eine Reihe von Uraufführungen von Schweizer Komponisten (Eric Gaudibert, Jost Meier, Peter Mieg) auf CD einspielte. Er dirigierte verschiedene Orchester in der Schweiz, in Holland, Österreich, Ungarn und Tschechien, darunter das Tonhalle Orchester Zürich, Zürcher Kammerorchester, Musikkollegium Winterthur, Sinfonieorchester Basel, Kammerorchester Basel, Orchestres de Chambre de Lausanne und Genève, Hungarian Symphony Orchestra, Sinfonieorchester des Nationaltheaters Prag und die Pilsner Philharmonie. Ausserdem führten ihn Gastdirigate nach Palermo, Peking und Chile.

Als Operndirigent war Jan Schultsz an der Norske Opera in Oslo, an der Ungarischen Staatsoper Budapest und an der Opéra Royal de Wallonie in Liège verpflichtet. Im Jahr 2000 gründete er die Opera St. Moritz im schweizerischen Engadin, der er als Künstlerischer Leiter bis 2012 vorstand. Sein Repertoire umfasst diverse Mozart-Opern sowie Raritäten von Rossini, Donizetti, Bellini und Verdi, darunter als Schweizer Erstaufführungen in St. Moritz Rossinis «Otello» und «L’equivoco stravagante», Donizettis «Lucrezia Borgia» und Verdis «Oberto, Conte di San Bonifacio». «L’equivoco stravagante», eine Coproduktion der Opéra Royal de Wallonie Liège mit der Opera St. Moritz, wurde 2012 mit dem «Prix de l’europe francophone» des Syndicat de la Critique Paris als beste Opernproduktion ausgezeichnet (Regie: Stefano Mazzonis di Pralafera). Für 2014 wurde Jan Schultsz die Welterstaufführung in neuer Zeit der komplettierten Rossini-Oper «La Gazzetta» an der Opéra in Liège übertragen.

Zu den musikalischen Partnern, mit denen Jan Schultsz musiziert, gehören Cecilia Bartoli, Vesselina Kasarova, Werner Güra, das Leipziger Streichquartett, Steven Isserlis, László Polgár, Gilles Apap, die Brüder Capuçon und Khatia Buniatishvili, sowie kürzlich Musiker des Teatro alla Scala. Seine umfangreiche Diskographie umfasst Rezitals und Portraits mit Werner Güra (2000 Schuberts «Die schöne Müllerin», ausgezeichnet mit dem Diapason d’or), Elena Mosuc und Noëmi Nadelmann sowie die von der internationalen Presse hochgelobte Weltersteinspielung der kompletten Klavierkammermusik Joseph Joachim Raffs mit dem Ensemble «Il Trittico» (Jonathan Allen | Violine, Daniel Pezzotti | Cello, Jan Schultsz | Klaiver) für DIVOX. Eine Einspielung der kompletten Klavierkammermusik Hans Hubers, u.a. mit Thomas Demenga, ist in Vorbereitung.

Seit 2008 ist Jan Schultsz ausserdem Intendant des «Engadin Festivals», eines der ältesten Musikfestivals der Schweiz sowie auch Gründer und Präsident der Brassweek Samedan.
Er nimmt eine Professur an der Hochschule für Musik in Basel wahr und ist Gruppensprecher für das Fach Klavier.